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Aktuelles von Dienstag, 20.12.2005

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Terror Hysterie über Deutschland, vier Abfangjäger im Einsatz!
von Wilhelm Schröer

Überschall-Knall ließ die Wände wackeln

Phantom: Abfangjäger verfolgten Passagierjet. Funkkontakt der Maschine war abgebrochen. Auf Anordnung des Bundesinnenministeriums stiegen Kampfjets im ostfriesischen Wittmund auf. Im Kreis klirrten Fensterscheiben, und Fußböden bebten.
Von Horst Wisser Kreis Segeberg erschienen am 19. Dezember 2005

Eine dramatische Verfolgungsjagd in der Luft hat die Bewohner des nördlichen Hamburger Umlandes am Wochenende in Angst und Schrecken versetzt. Vier Abfangjäger der Bundeswehr und der dänischen Streitkräfte verfolgten am Freitag abend eine halbe Stunde lang ein schwedisches Passagierflugzeug, das in Höhe von Maastricht plötzlich keinen Funkkontakt mehr hatte.

Dabei durchbrachen die beiden deutschen Düsenjets vom Typ F-4F Phantom II, die im ostfriesischen Wittmund gestartet waren, gegen 21.40 Uhr im Raum Quickborn, Ellerau, Henstedt-Ulzburg, Kisdorf, Wakendorf II, Hüttblek die Schallmauer und erzeugten einen doppelten Überschall-Knall. Fensterscheiben klirrten, Fußböden bebten, Wände wackelten.

Zahlreiche schockierte Bürger, von denen viele gerade vor dem Fernseher saßen, rannten ins Freie, auf Balkone oder Terrassen und hörten gerade noch abklingende Flugzeuggeräusche in größerer Höhe. Terroristen oder Entführer an Bord der schwedischen Maschine, die sich auf einem Flug von Zürich nach Stockholm befand? Gegen 21 Uhr kam von der Flugkontrolle Eurocontrol in Maastricht die Nachricht an den Hamburger Tower: Es gibt keinen Funkkontakt mehr. Die Bundesluftwaffe handelte unverzüglich und setzte auf Anordnung des Bundesinnenministeriums zwei Abfangjäger vom Jagdgeschwader 71 Richthofen in Wittmund 28 Minuten später in Richtung Hamburg zur Verfolgung an.

Die Jagd ging quer über Schleswig-Holstein und endete erst 19 Kilometer vor Schleswig. Da war der Funkkontakt plötzlich wiederhergestellt. Warum er ausgefallen war? Darauf hatten deutsche Behörden bis zum Wochenende noch keine Antwort. In den Polizei-Dienststellen von Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg und in der Einsatzzentrale Bad Segeberg hagelte es Anrufe von betroffenen Bürgern. Spekulationen schossen ins Kraut: Detonation, Meteorit, Erdbeben oder Überschall-Knall? Die Ordnungshüter hatten noch keine Antwort.

Erst im Laufe des Sonnabends wurden sie über den Sondereinsatz der Luftwaffe informiert. "Fensterscheiben und Türen zitterten und vibrierten sekundenlang", betont Elleraus Wehrführer Gerhard Streck, der am Sonntag morgen nachdem er von der Norderstedter Zeitung informiert worden war, sofort Bürgermeister und Bürgervorsteher in Kenntnis setzte.

Im Seniorenheim Am Bummelstieg in Wakendorf II ging der Pfleger, der Nachtwache hatte, von einer Explosion in der Nachbarschaft aus: "Ich habe gezittert, und unsere Hausbewohner hatten Angst. Viele haben den Zweiten Weltkrieg noch miterlebt", sagte er im Gespräch mit der Norderstedter Zeitung. "Wir waren ganz schön betroffen", so Margot Scheelke, Inhaberin von "Hotel und Restaurant Scheelke" in Henstedt-Ulzburg, wo gerade eine Gesellschaft gastierte. Nur auf der Kegelbahn habe man's locker genommen. "Knallen die da schon für Silvester?" wurde geulkt. Auf der Reitanlage Alsterquelle im Ortsteil Rhen passierte glücklicherweise nichts. "Die Pferde sind ruhig geblieben", sagte der Chef, Bodo Chromik. "Die Menschen waren aufgeregter als die Tiere." "Ich dachte, eine der großen Kastanien ist auf unser Haus gefallen", schilderte Klaus Lewin die Situation im Ortsteil Götzberg. "Als ich alles begutachtet hatte, war mir klar: Das konnte nur ein Überschall-Flugzeug gewesen sein."



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